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Die Lebensgeschichte Comeniusí
Am 28.März 1592 wurde Jan Amos Komensky im südlichen Mähren geboren. Der Vater starb sehr früh und wenig später wurde seine Mutter und beide Geschwister Opfer der Pest. Als 6-jähriger Vollweise kam er zu den damals verbotenen Böhmischen Brüdern. Dort wurde er erzogen nach dem Grundsatz: "Lerne Weisheit".
Familienschicksal und Krieg verhinderten einen regelmäßigen Schulbesuch. Erst als 16-jähriger trat er in die Lateinschule ein. Dort erkannte er seine Liebe zu schönen Büchern und erlernte die Buchdruckerei. 19-jährig ging er zum Studium der Theologie und Philosophie nach Herborn/ Hessen, wenig später nach Amsterdam, Heidelberg, Prag und wieder zurück nach Mähren. Dort bekam er als 22-jähriger die Leitung der Lateinschule, an der er selbst Schüler war.
Neben seiner Lehrtätigkeit schrieb er eine Enzyklopädie und führte erste Schulreformen ein; die Ruten wurden abgeschafft. Er lernte neue Formen des Denkens kennen, neue Denker, neue Wahrheiten und neue Geheimwissenschaften. Die Pansophie begeistert ihn:"Um zur Weisheit zu kommen, muß man die Natur erforschen,
Gott und sich selbst in ihr erkennen."1616 ist Jan A. Komensky 24 Jahre alt, Pfarrer, Lehrer, verheiratet und bald Vater von zwei Kindern. Er nimmt die lateinische Form seines Namens an: Johann Amos Comenius.
1618 beginnt der 30-jährige Krieg.
Comenius´ Werke werden Opfer einer Bücherverbrennung, gegen ihn wird Haftbefehl erlassen, er flieht, seine Frau und beide Kinder werden Opfer der Pest.
In der Zeit im Asyl schreibt sich Comenius Schmerz und Wut aus dem Leib: "Das Labyrinth der Welt" und "Die Lebenslüge" entstehen.
Er nimmt seine pädagogischen Schriften wieder auf, der Krieg treibt ihn durchs Land, 1628-30 entsteht die erste Fassung der "Opera Didaktika" in tschechischer Sprache. Darin vertritt er die Notwendigkeit einer altersgemäßen Erziehung und Schulbildung für alle:
Bald darauf erscheint in lateinischer Sprache eine Sprach- und Sachkunde, die sich sehr schnell durchsetzt und bald und oft neu aufgelegt wird. Er entwirft eine "Pansophia", eine "enzyklopädische Systematik alles Wißbaren und Gottgeschaffenen".
- 6 Jahre zu Hause,
- 6 Jahre Muttersprachschule,
- dann Universität mit Studium und Reisen.
Es folgt eine Zeit mit Reisen und Reiseplänen: England, Holland, auch die Harvard University wirbt um ihn. In Schweden arbeitet er an seinen Werken der Wortkunde und Grammatik.
Noch bevor 1648 der "Westfälische Frieden" geschlossen wird, stirbt seine zweite Frau an den Anstrengungen der Reisen.
Der "Westfälische Frieden" raubt der Brüderunität jegliche Hoffnung auf eine Rückkehr nach Böhmen. Comenius wird zum höchsten Bischof der Böhmischen Brüder gewählt.
1650, 58-jährig, zieht er mit seiner dritten Frau nach Ungarn, wo er eine pansophische Schule aufbauen soll. Hier entsteht auch der berühmte "Orbis pictus".
Bereits nach fünf Jahren muß Comenius erneut flüchten und Asyl für sich und seine Unität suchen. Sein Haus, seine Bücher, Manuskripte und die gesamte Druckerei wurden geplündert und verbrannt. Er wandert über Stettin und Hamburg nach Amsterdam. Dort erscheint nun endlich seine Didaktik.1968, im Alter von 76 Jahren, entsteht sein Werk: "Das eine Notwendige":
Zitat: "Was aber nutzt es dem Menschen,
Comenius hat sein Leben seiner pädagogischen Forschung, seinen Bemühungen, Frieden auf der Welt zu schaffen, seine pansophischen Arbeiten und seiner Unität der Böhmischen Brüder gewidmet.
wenn er die ganze Welt gewinnt
aber sich selbst dabei verliert?"
Der Pädagoge und Didaktiker Comenius
Die Arbeit des J.A. Comenius gehört eng mit der pädagogischen Reformbewegung des 17. Jahrhunderts zusammen. Es kann die guten Lateinschulen der Humanisten nutzen. Allerdings ist für ihn die Schule nicht der Druck und Rute verbunden sondern mit Freude und Spaß: " Alles fließe von selbst und ohne Zwang".
Neben seiner Frömmigkeit ist ihm die Beobachtung der Natur besonders wichtig. Immer wieder zieht er Beispiele aus der Natur als bildhaften Vergleich für seine Lehren. Den Baum und die Fürsorge seines Gärtners von den Anpflanzung bis zur Veredlung vergleicht er mit Erziehung und Seelsorge. Bildung erklärt er mit ab-bilden und nach-bilden. Er sammelt und lehrt mit den Sinnen, dem Verständnis, dem Gedächtnis, der Sprache und den manuellen Fähigkeiten.
Lernen geschieht nach Comenius auf folgende Weise:Kinder und Lernende dürfen also:
- durch Anschauung,
- durch eigenes Aussprechen,
- durch eigenes Tun,
- durch den Gebrauch.
Comenius beschreibt auch erstmalig Lehr- und Lernmittel und Unterrichtsmethoden, in dem er verlangt: "Es wird zweierlei Lehrbücher geben, Realbücher für die Lernenden und didaktische Bücher für die Lehrenden damit sie jene recht anzuwenden verstehen."
- alles sehen, hören, betasten,
- alles aussprechen, lesen, schreiben,
- alles nachbilden und tun,
- alles zu ihrem Nutzen verwenden.
Der Grundsatz des Comenius:Omnes, omnia, omnino
Alle Menschen alles gründlich zu lehren.
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